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31.10.2018 erstellt von: Ansgar Schiffler


Zum Feldberg und wieder zurück

Feldberg-Tour (1)

Nach der monatelang nicht enden wollenden Hitze steigen in Taunusstein-Neuhof bzw. -Hahn 4 unentwegte Radler sonntags morgens um 8 Uhr bei bisher unglaublich kühlen 9 Grad Celsius aufs Rad und fahren über die B 54 und an der Fasanerie vorbei gen Wiesbaden. Sie tragen alle Armlinge gegen die Kühle. Was haben sie vor?


Sie sind vor 9 Uhr am Biebricher Ufer und starten mit der ADFC-Gruppe die Feldberg-Tour 2018. Eine kurze, knappe klar formulierte Ansprache des guides Artur legt die Regeln fest: An den Anstiegen kann – wer will - vorne wegfahren, aber oben wartet man/frau auf die Gruppe. Und los geht`s!

Über Kastel – Erbenheim – Igstadt – Auringen – Niedernhausen erreichen wir Oberseelbach, immerhin bereits 335 m hoch. Dort steigt ein weiteres Ehepaar ein, sodass die Gruppe nunmehr aus 14 RadlerInnen besteht: Anne, Artur, Carola, Claudia, Dieter, Heiko, Klaus, Martin, Matthias, Oswald, Sascha, Susanne, Thomas und Werner.

Bei wunderschönem Sonnenscheinwetter nehmen wir die weiteren Ortschaften in Angriff: Lenzhahn – Heftrich – Kröftel – Oberems – Kittelhütte – Niederreifenberg – Rotes Kreuz – Ziel: Großer Feldberg . Aber damit jetzt nicht jemand denkt, wir hätten ohne Ende Anstiege aneinandergereiht, natürlich gab es auch schöne Abfahrten mit herrlichem Blick auf unser „Fernziel“, den Feld- berg. So zeigt zwischen Lenzhahn und Heftrich mein Tacho mal eben schlappe 70 km/h...

Bei ziemlich gerader Straße und extrem geringem Sonntagmorgen-Autoverkehr hat man somit ein Vergnügen, zumal die Sonne scheint und der gute Straßenbelag seit Wochen trocken ist. Immer mal wieder wird eine kurze Pause eingestreut, so kann man/frau die Schönheit der Natur auch im Stehen genießen…

Bei kritischen Stellen – etwa der B8-Überquerung – in der Nähe von Glashütten ist unser guide vorne und gibt die Fahrt frei. Der Anstieg hinter Oberems zur Kittelhütte wäre noch schöner gewesen, wenn nicht die vielen Motorräder laut knatternd an uns vorbeigedüst wären. Aber sonntags morgens ist das halt so… Gut, dass Artur sich kurzfristig nicht für die Variante über die B8 nach Glashütten entschieden hat. Da wären sicherlich noch mehr Motorräder vorbeigerauscht! Vom Roten Kreuz aus nehmen wir das letzte steile Stück zum Gipfel hinauf zwischen die Beine. Von 688 m innerhalb von ca. 2 km auf 879m. Kurz nach 11 Uhr sind wir on the top! Unsere Gruppe ist ebenso top, sie ist so
homogen, dass auf dem Gipfel nach diesem Kraftakt innerhalb von 5 Minuten alle eintreffen, wir haben jetzt 11:10 Uhr.

Als Belohnung winken die Rundumaussichten vom Gipfel, nachdem wir schon vorher rechts unten das Rhein-Main-Gebiet zwischen den Bäumen hindurchlugen gesehen haben. Das war aber nichts im Vergleich zu dem Blick von ganz oben! Im Süden Frankfurt, im Westen die Burgruine Niederreifenberg und ganz in der Ferne sogar der Westerwald…

Alle gönnen sich nun eine wohlverdiente Dreiviertelstunde Pause mit Getränken, Obst und diversen Müsli-Riegeln. Nicht vergessen wird das Gipfelkreuz-Foto, das ein junger Mann für uns aufnimmt. Um 11:50 erklärt uns Artur, wie er sich die Abfahrten wünscht: Er selbst fährt vorne, hinten ein
zweiter guide. Wir bleiben als Gruppe zusammen. Auf die steile Abfahrt nach Schloßborn weist er ausdrücklich hin, - dort zeigte mein Tacho mal wieder 70km/h… Leider hat kurz vor dem Roten Kreuz ein Teilnehmer eine Reifenpanne. 3 Leute unserer Gruppe fahren zu ihm zurück und begleiten ihn nach der Reparatur – sehr solidarisch - bis zu unserer Mittagsrast in Niedernhausen.

Die Ortschaften der Rückfahrt heißen Schloßborn, Ehlhalten, Oberjosbach und Niedernhausen, das wir um 13:40 Uhr erreichen. Hier hat unser guide telefonisch für uns in der 5-Sterne-Bäckerei in der Idsteiner Straße die Außenterrasse reserviert. Wir werden mit mehreren Kuchensorten verwöhnt, dazu die entsprechenden Heißgetränke. Natürlich gibt es vor der Bäckerei auch eine Art Abschlussfoto, da nicht mehr alle bis Wiesbaden-Biebrich zurückfahren. Idstein, Taunusstein und Bad Schwalbach sind Heimathäfen einiger TeilnehmerInnen. Die Wiesbadener beschließen sich in Bierstadt endgültig zu trennen, so dass sie gegen 15:30 wieder zu Hause sind.

FAZIT: Die Zweifel eines/r Dienstags-RadlerIn, dass die vorgegebenen 19-21 km/h zu schnell oder zu langsam bei der Feldberg-Strecke sein könnten, wurden klar widerlegt: Wir haben die 50 km-Anfahrt zum Gipfel in etwas über zwei Stunden hinter uns gebracht. Die flotten Bergabfahrten zwischendrin hoben unseren Schnitt.

Der Gruppe muss ein sehr diszipliniertes Fahren attestiert werden, alle ohne Ausnahmen haben sich an die Anweisungen des erfahrenen guides Artur gehalten. So wurden schwierige Verkehrssituationen gemeistert und es entstanden „Sternstunden“ der ADFC-Rennradtouren. Auf einen erneuten Feldbergtrip anno 2019 freut man/frau sich. 100 km mit 1500 Höhenmetern sind für geübte RadlerInnen in einer einigermaßen homogenen Gruppe eine schöne Herausforderung, die einem mit Stolz erfüllt. Übrigens zur Tempo-Planung: Mein Tacho zeigte am Ende der Tour das Durchschnittstempo von 20, 3 km/h, quod erat demonstrandum.




Bildergalerie

Feldberg-Tour (2)Feldberg-Tour_2018: Auf dem Weg zum GipfelFeldberg_Tour 2018: Gruppenbild, ganz oben angekommen

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