Kopfbild Sommer
31.10.2018 erstellt von: Ansgar Schiffler


Nach Bonn mit Abstecher ins Ahrtal

RheinAhr-Tour in Mayschoß im Ahrtal

Am Samstag, 25. August 2018 zur beinahe unchristlichen Zeit kurz nach 6:30 Uhr treffen sich 10 LangstreckenfahrerInnen am Biebricher Ufer: Ansgar (Guide), Bettina, Joachim, Martin, Markus, Oswald, Sascha, Sophie, Susanne und Thomas.


Die Wettervorhersage kündigt kurze Regenschauer bei 18 Grad an, deshalb sind Regenjacken und Überschuhe im Rucksack. Die Kühle ist allemal besser als Hitze bis 34 Grad. Nach einer flotten Stunde über die Schiersteiner Brücke an Mainz vorbei ist in Bingen-Gaulsheim bei km 26 eine kurze Pause vor einer Bäckerei, falls jemand zu wenig zu essen eingepackt haben sollte. Der erste Regen kommt, Regenkleidung wird übergezogen. Das 1.Gruppenfoto wird vor der Kirche geschossen.

Auf der Weiterfahrt ziehen viele wolkenverhangenen Burgen an uns vorbei. Da wir linksrheinisch fahren, haben wir naturgemäß weniger den Blick auf die Burg Stahleck bei Bacharach oder die Burg Rheinfels bei St. Goar. Rechts drüben sehen wir vor den Wolken die Burgen Katz und Maus sowie die majestätisch wirkende Marksburg bei Braubach.

Um 11 Uhr sind wir in Koblenz zur größeren Rast in einer Bio-Bäckerei mit zugehörigem Café, empfohlen von Martin, der sich in Koblenz gut auskennt. Es gibt sogar leckere Bio-Getränke z.B. mit Rhabarber-Geschmack. Gut, dass unser Guide Ansgar den heutigen Samstag eingeplant hat, sonntags wäre hier geschlossen…

Nach 45 min Pause gibt es ein 2. Gruppenfoto am deutschen Eck. Dann nehmen wir gestärkt die Weiterfahrt in Angriff: An Andernach vorbei bis zur Barbarossa-Stadt Sinzig vor Remagen. Hier beginnt nach links der Ahrtalradweg. Er ist weitgehend asphaltiert und enthält kaum nennenswerte Steigungen, da er neben der Ahr teilweise auf einer ehemaligen Bahntrasse verläuft. Vor der Kurstadt Bad Neuenahr hat Ansgar ein „Bonbon“ für uns aufgetan: Über 2,1 km lang führt ein ca. 20 cm breiter Trail, der eher einem Trampelpfad für Jogger gleicht denn einer Radstrecke. Es gibt hervorstehende Baumwurzeln, ins Gesicht schlagende Gebüschzweige, Haarnadelkurven und ein schräg querender Baumstamm, unter dem man vielleicht absteigt. Eine gute Möglichkeit um Fahrtechnik zu üben! Aber immerhin hatte Ansgar vier Wochen zuvor gut hundert Brennnesseln entfernt, so dass uns bei all diesen Herausforderungen wenigstens leichte „Verbrennungen“ erspart blieben.

Bad Neuenahr macht einen sehr gepflegten Eindruck. Man hat den Radweg klugerweise vom Fußweg getrennt, damit die Kurgäste nicht von Radlern gestört werden. Die Ahr selbst führt wenig Wasser, an vielen Stellen nur 5 bis 10 cm hoch, mit aus dem Wasser hervorlugenden Steinen, vergleichbar Freiburgs Dreisam.

Schließlich fragt Ansgar: „Wer will noch bis nach Altenahr mitfahren?“ Alle wollen es! In Altenahr - wo übrigens der Weinanbau an der Ahr endet und der noch einsamere Teil des Ahrradwegs beginnt - ziehen wir Zwischenbilanz: 165 km, 7:10 Std. reine Fahrzeit, Schnitt 24 km/h, 15:25 Uhr. Jetzt geht es bis Sinzig im Ahrtal zurück, diesmal hat Ansgar die Strecke leicht abgeändert: Sie führt mehr über Holzbrücken und durch Tunnels, der Trail entfällt. Vor einer Tunneleinfahrt in Maischoß wird von einem Fußgänger das 3. Gruppenfoto geschossen.

In der Ortschaft Dernau genehmigen wir uns noch eine 15–min-Pause vor einem Restaurant. Unser Guide Ansgar stellt uns frei, ob wir eher langsam die letzten 40km bis Bonn fahren wollen, um dann nahtlos in den Zug zu steigen, oder ob wir lieber zügig und flott den Rest der Strecke zwischen die Beine nehmen, damit wir in Bonn noch eine halbe Stunde Zeit für einen Abend-Imbiss im Vollwertrestaurant haben. Fast alle entscheiden sich für Letzteres. Eine Teilnehmerin, die lieber langsamer fahren will, wird vom stets hilfsbereiten Markus am Rhein entlang begleitet, so dass wir uns alle im Bahnhof wieder treffen.

Als wir in Remagen wieder an den Rhein kommen, nutzt Martin die Gelegenheit, noch ein kurzes Stück in die Gegenrichtung zu fahren und sich die Mündung der Ahr in den Rhein anzusehen. Trotz des Gegenwindes haben wir so ein hohes Tempo, dass ein Fußgänger „Tour de France“ ruft. Die übrig gebliebenen Pfeiler der „Brücke von Remagen“ fliegen an uns vorbei. Auch die vornehmen Villen in Bad Godesberg nehmen wir nur kurz wahr. Bevor wir unser Tagesziel erreichen, erwischt uns noch kurz vorher ein zweiter Regenschauer. Um 18:30 Uhr erreichen wir das Vollwertrestaurant Cassius-Garten in Bonn, direkt beim Bahnhof gelegen. Die reichlich beladenen Tellergerichte werden abgewogen, bezahlt und verzehrt. Dank des Smartphones sehen wir, dass unser Zug verspätet in Bonn eintreffen wird. So genehmigen sich Einige noch zum Nachtisch ein paar Kugeln von dort besonders leckerem Eis.

Dann geht’s zum Bahnhof, wo wir zwei Rheinland-Pfalz-Tickets – übrigens auch in Bonn und rechtsrheinisch bis Wiesbaden gültig – kaufen. Die Kosten sind mit 7,50 € pro Person inkl. Fahrradtransport sehr niedrig. Dann aber noch der kleine Wermutstropfen: Durch die Verspätung erreichen wir in Koblenz nicht den Anschlusszug nach Wiesbaden. So kommen wir alle eine Stunde später nach Hause.

FAZIT: Etwa 220 km Netto-Fahrzeit von 9:20 Std. bei einem Schnitt von 24,15 km/h, ca. 300 Hm, das ist für uns eine respektable Leistung, auch wenn durch die lange „Anfahrt“ am Rhein entlang wenig Höhenmeter zusammenkamen. Das Ahrtal hat uns unser Guide Ansgar geschickt schmackhaft gemacht. Für Verspätungen der Züge bei der Rheintalstrecke kann kein Guide etwas. Nach so einer langen Radtour kann man sich ja im Regional- sprich:„Bummel“–Zug ganz gut unterhalten.

geschrieben von Oswald Jülch




Bildergalerie

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Rhein-Ahr-Tour bei Boppard, Bild 4Rhein-Ahr-Tour bei Boppard, Bild 5

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