Kopfbild Sommer
31.10.2018 erstellt von: Ansgar Schiffler


Von Mainz-Kastel zum Donnersberg

Donnersberg2018

Für die Rennradlangstreckler des ADFC Wiesbaden gab es am Sonntag, dem 16.9.18, einen weiteren Höhepunkt nach der Feldbergbezwingung: Diesmal wurde der bekanntlich höchste Berg der Pfalz, der Donnersberg mit 686 m erobert.


Wer jetzt glaubt, die wesentlich geringere Höhe ließe sich im Vergleich zum hessischen Gipfel mit Leichtigkeit schaffen, der kennt nicht das Auf und Ab vor dem eigentlichen Anstieg, das ganz schön in die Beine geht.

8 Leute stellen sich am kühlen Morgen um 8:45 Uhr am Kasteler Ufer vor dem Segelschiff bereit: Artur, Doro, Joachim (guide), „Jupp“, Klaus, Markus, Oswald und Susanne. Zwar ist es beim Start noch mit ca. 10 Grad recht frisch, aber die Wetterprognosen verheißen später sommerliche Temperaturen, sodass bald lange Hosen und Armlinge im Rucksack weggepackt werden. Joachim hat eine sehr schöne Strecke ausgesucht. Sobald die beiden Brücken über Main und Rhein sowie das südlich gelegene Laubenheim hinter uns liegen, kommen wir bei Harxheim auf den „Amiche“-Radweg, eine ehemalige Bahntrasse, geradezu lieblich wie eine Allee nur für Radfahrer, Fußgänger und Inliner angelegt, beinahe ohne Steigung, damit man/frau sich am frühen Morgen so richtig warm fahren kann. Dem Radweg folgen wir über Mommenheim, Hahnheim bis Köngernheim.

Nach genau einer Stunde Fahrzeit haben wir Undenheim mit einem Schnitt von 24 km/h erreicht. Hier beginnt für uns jetzt der schöne Selztalradweg. Wir fahren der Selz entlang nur unmerklich aufwärts über Bechtholdheim, Biebelnheim, Albig, Alzey, Mauchenheim, Morschheim bis Orbis/Selz-Quelle. Zwar liegen Biebelnheim und das Weindorf Albig nicht direkt an der Selz, aber die Strecke über diese beiden Orte bietet sich sonntags morgens geradezu an, hier ist um diese Zeit fast kein Verkehr.

In Alzey hat Joachim eine schöne Bäckerei mit Café ausgesucht, in dem wir um 10:30 Uhr nach 41 km und reiner Fahrzeit von 1:35 Std. eine länge Pause einlegen. Die haben wir uns schon redlich verdient, unser Schnitt liegt mit 25 km/h schon über dem Soll der angepeilten 24 km/h. Ab Orbis geht es dann aber ordentlich zur Sache, will sagen: Die Berge beginnen. Kaum sind wir durch Kirchheimbolanden-Haide durch, da gibt Joachim freie Fahrt auf der „Römerstraße“ bis zum Krei-sel am Gasthof Bastenhaus: Jede/r kann sein eigenes Tempo am Berg fahren. Am Kreisel erwarten uns Verkehrspolizisten. Sind wir zu schnell gefahren? Nein, sie kontrollieren nur Motorrad- und Autofahrer am Sonntagmorgen.

Die nächsten 3 km bis zum Donnersberg gibt uns Joachim erneut freie Fahrt. Von hohem Tempo kann bei Steigungen von 11 – 13 % ohnehin nicht die Rede sein, durch Ortschaften geht es auch nicht, also ganz einfach immer nur der Straße nach. Aber da denkt man/frau: Nach dem nächsten Anstieg bin ich bald oben, da geht es dann aber erst mal wieder ein ganz schönes Stück bergab! Dann erneut hinauf. Das fordert jede/n heraus! Um 12:30 Uhr sind wir am Ludwigsturm, unserem Ziel. Wir haben jetzt anspruchsvolle 65 km, bei Netto-Zeit von 2:53 Std. und einem Schnitt von 22,5 km/h. Um unseren Füßen und Beinen mal eine andere Bewegungsform zu gönnen, besteigen die meisten die engen Stufen des Turms mit einer wunderschönen Rundumsicht. Zwar liegt Mainz ein wenig im Dunst, aber die Ortschaften rundum sind sehr schön bei Sonnenschein zu erkennen. Wieder unten gönnen wir uns eine halbe Stunde
Pause. Joachim schlägt vor, die nächste und letzte größere Pause erst in einem Weingut in Dexheim einzulegen. Es sind zwar bis Dexheim, südlich von Nierstein, noch etwa 50 km, aber die Vorfreude auf schönes Bergabfahren ist allenthalben zu spühren. Die Talfahrten erfordern unsere Steuerkünste.
Mein Tacho zeigt hinterher als Maximaltempo 70 km/h, aber ich bin so auf die Kurven konzentriert, dass ich nicht weiß, wo genau mein Rad mich so schnell transportiert hat. Jedenfalls sieht man, wenn die Gruppe kurz anhält, damit alle wieder zusammen sind, meist strahlende Gesichter.

Der Rückweg ist bis Köngernheim ziemlich gleich mit dem Hinweg, ab Köngernheim fahren wir in das 5 km entfernte Dexheim zum Weingut Weyell. Es ist (neudeutsch) ein Event/Veranstaltungsort in dem über 1000 Leute Musik-Partys feiern können. Zum Partyfeiern sind wir jetzt kurz nach 15:00 Uhr zwar nicht gerade aufgelegt, aber nach 111 km in 4:35 Std. mit Schnitt 24 km/h sind wir richtig zufrieden mit uns: Kein Unfall, schönes Sommerwetter, prima Leistung, was wollen wir mehr? Die Gespräche drehen sich u.a. über Radtrainung auf Mallorca und die Frage: Welchen Berg können wir als nächstes in Angriff nehmen? Den Hoherodskopf im Vogelsberg? Eine Teilanfahrt mit dem Zug? Wir werden sehen! - Die letzten km über Nierstein, Laubenheim, Ginsheim bis Kostheim sind schnell zurückgelegt.

Fazit: An der Eisdiele in Kostheim ziehen wir Bilanz: Wie von Joachim geplant haben wir 140 km mit einem Schnitt von 24 km/h. Die reine Fahrzeit beträgt 5:40 Std. Bei der Verabschiedung bedanken sich alle bei unserem guide Joachim, der umsichtig, humorvoll und großzügig geleitet hat. Er war sich auch nicht zu schade, einige Male von hinten ganz nach vorne zu düsen, damit alle die richtige Richtung nehmen. Joachim hat sich offensichtlich über unsere homogene Gruppe sehr gefreut. Übrigens: 1200 Höhenmeter betrug die Strecke.




Bildergalerie

Donnersberg-Tour2018 (2)Donnersberg-Tour2018 (1)

380-mal angesehen




© ADFC 2019

Mitglied werden
BN-Allmountains
BN-Die-Radwerkstatt
BN-WSV
GPS beim ADFC