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23.05.2020 10:00erstellt von: Ulla Bai


ADFC-Aktion - Pop-Up-Bikelane auf der Wilhelmstraße

Pop-Up-Bikelane ADFC Köln

Zusammen mit dem Bündnis Verkehrswende Wiesbaden beteiligt sich der Fahrradclub ADFC Wiesbaden am Samstag, den 23. Mai, am bundesweiten Aktionstag "Pop-Up Bike Lane". Die Stadt Wiesbaden wird aufgefordert, jetzt schnell Platz für neue, breite Radwege zu schaffen. In der Zeit von 10:00 bis 12:00 Uhr zeigt der Fahrradclub, wie unkompliziert die Umsetzung ist: Auf der Wilhelmstraße zwischen Bierstädter und Frankfurter Straße wird eine "Pop-Up Bike Lane", ein temporärer Radweg, errichtet.


In Wiesbaden sind viele Menschen während des Lockdowns auf das Rad umgestiegen. "Das Fahrrad hat sich als krisenfestes Verkehrsmittel erwiesen und diesen Schwung gilt es mitzunehmen.", so Erik "Eru" Frank, 1. Vorsitzender des ADFC-Kreisverbands Wiesbaden / Rheingau-Taunus. "Aus Gesprächen wissen wir, dass dies nicht nur daran lag, dass die Menschen eine Alternative zum Bus finden mussten, weil dieser nicht so oft fuhr. Es sind auch viele umgestiegen, weil weniger Autos unterwegs waren und die Radfahrenden sich sicherer fühlten. Wenn die "neue" Normalität zurückkehrt, braucht Wiesbaden ein leistungsfähiges Radwegenetz, damit die wirtschaftliche Erholung nicht im Stau stecken bleibt."

Höherer Radverkehrsanteil nur mit einem gut ausgebauten Radwegenetz
Aktuell bestehen auf wichtigen innerstädtischen Radrouten Engstellen bzw. Lücken im Fahrradnetz, die ein angenehmes Radfahren beeinträchtigen. In der Wilhelmstraße wird der Radverkehr in beiden Richtungen auf der historisch gepflasterten Flaniermeile entlang des Warmen Damms und bedeutenden Bauten wie der Villa Clementine geführt. Es ergeben sich durch diese Führung vermeidbare Konflikte mit Fußgängern und Umwege, besonders am Übergang zu anderen Straßen, wie der Friedrich-Ebert-Allee. Mit der Problematik beschäftigte sich das Jugendparlament 2019 und forderte den Magistrat zur Prüfung von Alternativen auf.

Pop-up Bike Lanes sind das Mittel der Zeit
Die Berliner Verwaltung hat ihre Erfahrungen mit temporären, geschützten Radfahrstreifen veröffentlicht, nachdem in den letzten Wochen rund 20 km temporäre Radwege im Innenstadtbereich Berlins errichtet wurden. Sie hat dabei deutlich gemacht, dass deren Einrichtung mit der nötigen Unterstützung aus Politik und Verwaltung auf Basis geltenden Rechts innerhalb von zwei Wochen umsetzbar ist. Die aktuelle wochenlange Reduzierung der Verkehrsmengen biete die einmalige Chance zum Ausprobieren, Auswerten und gegebenenfalls Verstetigen von temporärer Neugestaltung des öffentlichen Verkehrsraumes in dichtbewohnten Gebieten, wie den Wohnvierteln aus der Gründerzeit.

Was ist eine Pop-up Bike Lane?
Kurzfristig wird in Straßen mit mehreren Fahrspuren die rechte Fahrspur vom Autoverkehr abgetrennt, so dass sich dort alle auf dem Rad wohlfühlen – routinierte Radfahrende genauso wie Neuaufsteiger, Kinder und ältere Menschen. Diese neuen Radwege sind breiter als die gewöhnlichen und ermöglichen neben dem Überholen auch die Wahrung des zurzeit nötigen Abstandes. Die Abtrennung kann mittels einfachen Barken erfolgen.


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