Fahrradmitnahme im SEV der RB 10: ADFC lobt VIAS und DB – Verbesserungen bei den Abstellmöglichkeiten notwendig
Wiesbaden, 19.07.2026: Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Wiesbaden/Rheingau-Taunus begrüßt ausdrücklich, dass im Schienenersatzverkehr (SEV) für die RheingauLinie RB 10 Fahrräder mitgenommen werden können. Viele Radfahrende hatten im Vorfeld der Generalsanierung ab dem 10. Juli 2026 befürchtet, dass sie – wie bei SEV-Angeboten häufig üblich – abgewiesen würden. Eine Stichprobe des ADFC zeigt jedoch: Die Mitnahme funktioniert, ist unkompliziert und wird von den eingesetzten Busunternehmen unterstützt.
„Dass Fahrräder im SEV akzeptiert werden, ist ein wichtiges Signal für nachhaltige Mobilität im Rheingau“, erklärt Elke Tegeler, Vorstandsmitglied des ADFC Wiesbaden/Rheingau-Taunus. „Gerade hier, wo Rad- und Weintourismus eine große Rolle spielen, ist die Kombination aus Bahn und Fahrrad essenziell. Umso erfreulicher ist es, dass VIAS und Deutsche Bahn diese Möglichkeit geschaffen haben.“
Der ADFC hatte bereits frühzeitig auf die Bedürfnisse der Radfahrenden während der monatelangen Sperrung hingewiesen und eine Mitnahmemöglichkeit gefordert. Dass diese nun umgesetzt wurde, zeigt: SEV kann fahrradfreundlich gestaltet werden. In vielen Regionen berichten Radfahrende von gegenteiligen Erfahrungen – verweigerter Mitnahme oder ungeeigneten Fahrzeugen. Die aktuelle Lösung im Rheingau beweist, dass es auch kundenfreundlich geht.
Auf der Website der VIAS wird darauf hingewiesen, dass von einer Fahrradmitnahme montags bis freitags zwischen 6:00 und 20:00 Uhr sowie samstags und sonntags zwischen 6:00 und 23:00 Uhr abgeraten wird. Dieser Hinweis ist nachvollziehbar, da die Busse zu diesen Zeiten stark ausgelastet sind. Das verbleibende Zeitfenster für eine Mitnahme ist jedoch sehr klein und entspricht nicht den Mobilitätsbedürfnissen vieler Radfahrender – insbesondere von Pendlerinnen und Pendlern.
Handlungsbedarf sieht der ADFC zudem bei den Abstellmöglichkeiten an neu eingerichteten SEV-Haltestellen. An mehreren Standorten fehlen sichere Fahrradabstellanlagen, etwa an der Haltestelle „Burg Crass“ in Eltville. Gerade wenn Mitnahmemöglichkeiten eingeschränkt sein können, müssen Radfahrende ihre Räder sicher abstellen können. ADFC und Polizei weisen darauf hin, dass stabile Abstellbügel notwendig sind, um Fahrräder mit Rahmen, Vorder- und Hinterrad anschließen zu können. „Anschließen, nicht nur abschließen“ bleibt hier das zentrale Prinzip der Diebstahlprävention.
Wie sich die Situation nach den Sommerferien entwickelt, wenn wieder mehr Pendlerinnen, Pendler und Schüler unterwegs sind, bleibt abzuwarten. Der ADFC wird die Lage aufmerksam beobachten und steht bereit, gemeinsam mit VIAS und DB weitere Verbesserungen zu beraten.
„Wir freuen uns über dieses positive Signal und hoffen, dass die Fahrradmitnahme im SEV künftig überall selbstverständlich wird“, so Tegeler weiter.
Über den ADFC
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit mehr als 240.000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung der Radfahrerenden in Deutschland und weltweit. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs.