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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Wiesbaden / Rheingau Taunus e.V.

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ADFC Wiesbaden / Rheingau-Taunus e.V.

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Von: Michele Fleckenstein am 26. Juli 2026
Die freundlichen Helfer, die von DB InfraGo beauftragt wurden | © Elke Tegeler

Die freundlichen Helfer, die von DB InfraGo beauftragt wurden | © Elke Tegeler

ADFC Wiesbaden/Rheingau-Taunus fordert: Deutsche Bahn muss den Radverkehr bei der Korridorsanierung systematisch mitdenken

Barrierefreie und ausgeschilderte Rad-Umleitungen bei Bahn-Sperrung in Rüdesheim fehlen weiterhin

Während der Korridorsanierung der rechten Rheinstrecke zwischen Troisdorf und Wiesbaden ist der Bahnübergang an der B42 in Rüdesheim seit dem 15. Juli bis einschließlich 28. Juli 2026 vollständig gesperrt. Die Sperrung betrifft nicht nur den motorisierten Verkehr und den Schienenersatzverkehr, sondern auch den Radverkehr – darunter den stark frequentierten Hessischen Radfernweg R3 sowie die europäische Route EuroVelo 15, die beide direkt am Bahnübergang verlaufen.

Fehlende Hinweise und unzureichende Umleitung für Radfahrende

Trotz der hohen touristischen Bedeutung der Strecke – insbesondere im Sommer, wenn viele Touristen Rüdesheim bevölkern und Radreisende aus dem Rheintal oder mit der Fähre aus Bingen ankommen – wurde der Radverkehr bei der Planung der Sperrung zunächst kaum berücksichtigt. Beschwerden erreichten den ADFC, da keinerlei Beschilderung oder Hinweise im Netz vorhanden waren. Eine großräumige Umleitung über Presberg und Lorch, wie sie für den Autoverkehr vorgesehen ist, ist für Radfahrende völlig ungeeignet.

Offenbar war vorgesehen, dass Radfahrende die nahegelegene Treppe nutzen und südlich der Gleise auf den Fußweg wechseln, um am KD-Anleger wieder auf die Rheinstraße zu gelangen. Diese Lösung ist jedoch nur für sportliche Radler mit leichten Rädern praktikabel. Für Alltagsradler, Familien mit Anhängern, Radreisende mit Gepäck oder Nutzer schwerer Pedelecs ist die Treppe nicht zu bewältigen.

Helfer vor Ort – aber weiterhin keine Ausschilderung

Seit Donnerstag stehen an der Treppe zwei Helfer im Auftrag der DB InfraGO bereit, die nach eigenen Angaben von 5:30 bis 22:30 Uhr freundlich und hilfsbereit Räder über die Treppe tragen. Der ADFC begrüßt diese kurzfristige Nachbesserung. Dennoch bleibt die „Umleitung“ für ortsunkundige Radfahrende ohne jegliche Ausschilderung praktisch unsichtbar.

Besonders Radfahrende, die aus Rüdesheim in Richtung Assmannshausen unterwegs sind, müssen frühzeitig von der Rheinstraße abbiegen und die Gleise queren – ein Hinweis darauf fehlt bislang vollständig.

Problematische Ausweichversuche über den Fußgängertunnel

Viele Radfahrende versuchen in ihrer Not, die Gleise am alten Bahnhof durch den Fußgängertunnel zu unterqueren. Doch auch dort verhindert eine lange Treppe die Passage. Elke Tegeler, Vorsitzende des ADFC Wiesbaden / Rheingau-Taunus, war am Samstag vor Ort und berichtet:

„Ich sprach am alten Bahnhof mit einer Radfahrerin, die mit ihrem E Bike an der Treppe vor dem Tunnel stand und nicht weiterkam. Sie wollte zur Fähre nach Bingen und war so frustriert, dass sie ihre Tour abbrechen wollte.“

Hintergrund: Umfangreiche Sperrungen im Rahmen der Korridorsanierung

Die Sperrung des Bahnübergangs ist Teil der großangelegten Modernisierung der rechten Rheinstrecke, die bis Mitte Dezember 2026 andauert. Zahlreiche Bahnübergänge zwischen Wiesbaden und Lorchhausen sind zeitweise oder dauerhaft geschlossen.

Über den ADFC

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit mehr als 240.000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung der Radfahrerenden in Deutschland und weltweit. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs.

Das für viele unüberwindbare Nadelöhr ist diese Treppe in der Nähe des Bahnübergang | © Elke Tegeler

Das für viele unüberwindbare Nadelöhr ist diese Treppe in der Nähe des Bahnübergang | © Elke Tegeler